Homöopathie für den Garten

Vor einigen Jahren pflanzte ich einen Mandelbaum. Diesem gefiel es sehr gut an seinem sonnigen und geschützten Standort und er wuchs besenartig in die Höhe. Da ich gelesen hatte, man solle diese Bäume erst nach der Blüte schneiden, schnitt ich ihn im dritten Jahr vorschriftsgemäss zurück. An einer Schnittstelle entstand eine eigenartige dunkelbraune Verfärbung, die mir gar nicht gefiel. Einige Wochen später erschienen auf den Blättern rote Punkte mit einem Durchmesser von ca. 5mm. Bald darauf begannen die Blätter abzufallen. Herbststimmung mitten im Mai! Was war zu tun? In meinem Garten darf alles wachsen was gedeiht. Kranken Pflanzen gebe ich eine Chance durch Rückschnitt oder Umpflanzen. Wenn alles nichts nützt, wandern sie in den Kompost um sich dort wieder in ihre Einzelteile aufzulösen.

Dieses Mandelbäumchen wollte ich nicht zurückschneiden und umpflanzen war auch kein Thema. Sollte ich es mit Homöopathie versuchen? Ich stellte mich vor den Baum und betrachtete ihn genau. Die rostrot leuchtenden Punkte erinnerten mich an einen unangenehmen Hautausschlag. Einige Mittel kamen mir dazu in den Sinn. Da wir aber einen sehr nassen April hinter uns hatten, entschied ich mich, es mit Rhus toxicodendron (Giftsumach) zu versuchen. Dieses Mittel wird bei Menschen gerne als Folge von Nasswerden, Nasswerden des Kopfes oder Folgen von Trinken von kaltem Wasser gegeben.

Ich löste 3 Globuli in einer 5 L Giesskanne auf und begoss den Baum und das umliegende Erdreich. Fortan verlor der Baum keine Blätter mehr, die rostroten Flecken verschwanden und hinterliessen kleine Löcher, was die Blätter aussehen liess wie Emmentaler Käse.

Noch 2x musste ich die Gabe Rhus toxicodendron wiederholen bevor der Winter kam.

Die Krankheit überstand den Winter und als der Baum zu blühen begann war die Rinde der Äste rötlich und hässlich aufgerissen und sonderte eine Flüssigkeit ab. Die Gefahr bestand nun, dass die Krankheit über weite Strecken verteilt würde, da der Baum in voller Blüte stand. Hier half nur noch die Säge. Schweren Herzens sägte ich den Baum bodeneben ab.

Die umstehenden Stauden liessen sich vom Umsturz ihres Kollegen nicht beeindrucken und wucherten fleissige bis spät in den Herbst. Als ich im darauffolgenden Frühling mit den Aufräumarbeiten begann, entdeckte ich einen über 1m hohen Stab. Ich zog daran, in der Annahme, es handle sich um eine Staudenstütze vom letzen Sommer. Weit gefehlt – der Mandelbaum hatte wieder ausgeschlagen. In den letzten Jahren hat er sich wieder zu einem schönen,gesunden Baum entwickelt und ich schneide ihn jetzt immer vor der Blüte.

Durch meine Erfahrungen mit Rhus toxicodendron begann ich im Internet zu forschen und suchte nach Büchern zum Thema Homöopathie und Pflanzen oder wenigsten nach anderen Gärtnern, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie ich. Doch ich fand nichts.

Erst in den letzten zwei Jahren kamen zwei gute Bücher zum Thema auf den Markt. Dieses Gebiet ist noch unerforscht und ich möchte Gartenfreunde auffordern doch einen Versuch mit der Homöopathie im Garten oder auch in der Landwirtschaft zu starten.

ISBN: 978-3-941706-42-2

Ein handlicher Ratgeber über die häufigsten Pflanzenerkrankungen, Schädlinge und Verletzungen und deren bewährte homöopathische Behandlung. Christiane Maute ist eine der Vorreiterinnen, die bereits vor zehn Jahren begann, die Nutz- und Zierpflanzen in ihrem Garten homöopathisch zu behandeln.

Die Reaktion der Pflanzen auf die Homöopathie war für sie in vielen Fällen verblüffend. Ob bei Blattflecken-Krankheit der Rosen, Braunfäule der Tomaten, Feuerbrand an Obstbäumen, Blattläusen, Kräusel-Krankheit, Krebs, Mehltau, Monilia-Fruchtfäule, Schneckenbefall, Sternrußtau oder schwachem Wachstum – Frau Maute erläutert zu den häufigsten Erkrankungen die wichtigsten homöopathischen Mittel.

Auch bei Folgen von Frost, Hagelschäden, Verletzungen, Nässestau, Schnittwunden nach Baum- und Strauchschnitt, Sonneneinstrahlung, Hitzeschäden und Umtopfen sind die Anweisungen klar und auch für Laien leicht umsetzbar. Die meisten Erkrankungen sind mit Bildern dargestellt und werden kurz erklärt, damit auch ein Nicht-Fachmann per Blickdiagnose die Erkrankung erkennen kann und leicht zum richtigen Mittel findet. Genau beschrieben sind Dosierung und Art der Anwendung. Eine kurze, übersichtliche Arzneimittellehre rundet das Werk ab.
Ein besonders für Hobbygärtner geeigneter Ratgeber, der durch Übersichtlichkeit besticht und auch Nicht-Homöo­pathen schnell zu begeisterten Anwendern werden lässt.

 

 

   

ISBN: 978-3-939931-62-1

Vaikunthanath Das Kaviraj, selbst erfahrener Homöopath, der in Indien in der Landpraxis von Dr. Chatterjee über 10 Jahre täglich bis zu 150 Patienten homöopathisch betreute, stieß eher zufällig auf die homöopathische Behandlung von Pflanzen. Zu Besuch bei Bekannten in der Schweiz wurde er gebeten, die Familie und Haustiere homöopathisch zu behandeln. Da die Apfelplantage von Rostpilz befallen war, wurde er auch hier zu Rate gezogen. Die Äpfel zeigten dunkelrote Ringe auf der Schale und erhöhten Wasserbedarf. Die Symptome Rötung mit Durst passten zu Belladonna, welches er kurzerhand bei den Pflanzen ausprobierte. Zur Überraschung aller verschwand der Rostpilz. Außerdem schmeckten die Äpfel des nächsten Jahres deutlich besser. Dies war für Vaikunthanath Das Kaviraj ein Schlüsselerlebnis. In den folgenden zwölf Jahren betrieb er intensive Forschung auf diesem Gebiet, hauptsächlich in Europa und Australien. Er wendet die Homöopathie bei verschiedensten Erkrankungen der Pflanzen an. In Australien, wo er praktizierte, wurde seine Methode zwischenzeitlich zu einem großen Erfolg und breit eingesetzt.
In ersten eigenen Erfahrungen mit Blattläusen bei Rosen waren wir erstaunt über den schnellen und nachhaltigen Erfolg des homöopathischen Mittels. Nach einmaligem Spritzen verschwanden die Läuse binnen 2-3 Tagen und erst 3 Monate später musste erneut gespritzt werden, wieder mit dem gleichen Erfolg.
Das Werk fokussiert auf die Bedeutung der Nährstoffe, die Behandlung bei Schädlingsbefall, bakterielle, virale und Pilzerkrankungen, Verletzungen und Unkrautbekämpfung.
Neben bekannten homöopathischen Mitteln wie Calendula bei Verletzungen beim Umtopfen oder Calcium phosphoricum bei Stängelgrundfäule setzt er auch seltene homöopathische Mittel wie Hyssopus bei Brandkrankheiten, Mentha viridis bei Schädlingen sowie Ocimum bei Tomatenerkrankungen und Ricinus communis bei Schädlingen im Weinbau ein.
Man staunt immer wieder über die Fülle an Information, die Vaikunthanath Das Kaviraj zusammengetragen hat.

 

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